Seit 1715 befasste sich V. intensiv mit der Lektüre der Werke von Grotius. Der Schwerpunkt seiner Forschungen wechselte von der Rhetorik zu rechts- und geschichtsphilosophischen Fragestellungen. Insbesondere setzte sich V. mit dem Problem einer Rekonstruktion der Lebensweisen und Ordnungen der Naturvölker auseinander. -- Die im Titel der Schrift genannte »Neue Wissenschaft« bezeichnet bei V. die Geschichte. Um die Disziplin von einer Entartung in Form der »Polyhistorie« zu befreien, plädiert V. für ihre Erneuerung, in der man die verschiedenen und beziehungslosen Begebenheiten aus der Völkergeschichte auf wissenschaftliche, mit eigener Gesetzmäßigkeit versehene Grundsätze zurückführt. V.s »philosophisch-theologisch begründete Theorie menschlicher Kultur« umfasst fünf Bücher. Eine dem Titelblatt gegenüber dargestellte Allegorie nimmt V. als Ausgangspunkt zur Darlegung der den weiteren Erörterungen vorausgeschickten »Idee des Werks«. Die Geschichtswissenschaft lässt sich V.s Ansicht nach nicht auf ein schlichtes Anhäufen von Fakten reduzieren, sondern erklärt diese Fakten von einem universellen Standpunkt aus. Die Welt der Völker (mondo delle nationi) wird damit von der Geschichte in ihrer ewigen Idee (idea eterna) erfasst. Es handelt sich dabei um die ewige Idealgeschichte (storia ideale eterna), d. h. eine ideelle Entwicklung, die nach V. allen historischen Geschehnissen zugrunde liegt. V.s Institution besteht in einer Parallelisierung von psychischer und historischer Entwicklung.

Giambattista Vico: Principij di una scienza nuova intorno alla natura delle nazioni

POZZO, Riccardo
2012

Abstract

Seit 1715 befasste sich V. intensiv mit der Lektüre der Werke von Grotius. Der Schwerpunkt seiner Forschungen wechselte von der Rhetorik zu rechts- und geschichtsphilosophischen Fragestellungen. Insbesondere setzte sich V. mit dem Problem einer Rekonstruktion der Lebensweisen und Ordnungen der Naturvölker auseinander. -- Die im Titel der Schrift genannte »Neue Wissenschaft« bezeichnet bei V. die Geschichte. Um die Disziplin von einer Entartung in Form der »Polyhistorie« zu befreien, plädiert V. für ihre Erneuerung, in der man die verschiedenen und beziehungslosen Begebenheiten aus der Völkergeschichte auf wissenschaftliche, mit eigener Gesetzmäßigkeit versehene Grundsätze zurückführt. V.s »philosophisch-theologisch begründete Theorie menschlicher Kultur« umfasst fünf Bücher. Eine dem Titelblatt gegenüber dargestellte Allegorie nimmt V. als Ausgangspunkt zur Darlegung der den weiteren Erörterungen vorausgeschickten »Idee des Werks«. Die Geschichtswissenschaft lässt sich V.s Ansicht nach nicht auf ein schlichtes Anhäufen von Fakten reduzieren, sondern erklärt diese Fakten von einem universellen Standpunkt aus. Die Welt der Völker (mondo delle nationi) wird damit von der Geschichte in ihrer ewigen Idee (idea eterna) erfasst. Es handelt sich dabei um die ewige Idealgeschichte (storia ideale eterna), d. h. eine ideelle Entwicklung, die nach V. allen historischen Geschehnissen zugrunde liegt. V.s Institution besteht in einer Parallelisierung von psychischer und historischer Entwicklung.
9783520402011
Vico; storicismo
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