Scheler behauptet, daß die Werte nicht in der platonischen Ideenwelt leben: "Werte sind Tatsachen, gehörig zu einer bestimmten Erfahrungsart". Was bedeutet hier: "eine bestimmte Erfahrungsart"? Die Werte sind "Urphänomene". Aber die Urphänomene sind etwas, das dem Phänomen selbst vorhergeht. Die Urphänome beinhalten etwas Originäres, sie sind das, was das Auftauchen des Phänomens selbst ermöglicht. Sie sind die Bedingungen des Phänomens. Wenn man den Wert nicht als Phänomen, sondern als Urphänomen definiert, will man unterstreichen, daß er keine Qualität, kein sekundäres Attribut der Gegebenheit eines Objektes ist. Indem sie "Urgegebenheit" sind, können die Werte nicht auf die Gegebenheiten eines Objektes zurückgeführt werden. Denn der Wert geht seinem Objekt vorher: "er ist der erste Bote" seiner besonderen Natur. Wo das Objekt selbst noch undeutlich und unklar ist, kann der Wert bereits deutlich und klar sein. Bei jeder Milieuerfassung erfassen wir z.B. zugleich zunächst das unanalysierte Ganze und an diesem Ganzen seinen Wert. Der Wert ist also das, was das Phänomen verkündet und der weiteren Entwicklung seiner Erscheinung Richtung gibt.

Absolute Rangordnung und Relativität der Werte im Denken Max Schelers

CUSINATO, Guido
1997

Abstract

Scheler behauptet, daß die Werte nicht in der platonischen Ideenwelt leben: "Werte sind Tatsachen, gehörig zu einer bestimmten Erfahrungsart". Was bedeutet hier: "eine bestimmte Erfahrungsart"? Die Werte sind "Urphänomene". Aber die Urphänomene sind etwas, das dem Phänomen selbst vorhergeht. Die Urphänome beinhalten etwas Originäres, sie sind das, was das Auftauchen des Phänomens selbst ermöglicht. Sie sind die Bedingungen des Phänomens. Wenn man den Wert nicht als Phänomen, sondern als Urphänomen definiert, will man unterstreichen, daß er keine Qualität, kein sekundäres Attribut der Gegebenheit eines Objektes ist. Indem sie "Urgegebenheit" sind, können die Werte nicht auf die Gegebenheiten eines Objektes zurückgeführt werden. Denn der Wert geht seinem Objekt vorher: "er ist der erste Bote" seiner besonderen Natur. Wo das Objekt selbst noch undeutlich und unklar ist, kann der Wert bereits deutlich und klar sein. Bei jeder Milieuerfassung erfassen wir z.B. zugleich zunächst das unanalysierte Ganze und an diesem Ganzen seinen Wert. Der Wert ist also das, was das Phänomen verkündet und der weiteren Entwicklung seiner Erscheinung Richtung gibt.
3416026217
Wert; Scheler; Kant; Ethik
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