Mehrsprachigkeit und Identitätskonstruktion im zimbrischen Sprachwechselszenarium in Norditalien
Katharina Knapp
2026-01-01
Abstract
Die zimbrische Minderheitengruppe lebt seit dem hohen Mittelalter isoliert in den norditalienischen Alpen des Veneto und Trentino. Spätestens durch die gesellschaftlichen und politischen Veränderungen des 20. Jahrhunderts sind die zimbrische Sprache und Kultur einem starken Druck durch die norditalienischen Kontaktvarietäten ausgesetzt, was eine Mehrsprachigkeitssituation mit Dominanz der italienischen Varietäten zur Folge hat. Somit liegt in allen zimbrischen Sprechergemeinschaften eine Sprachkontaktsituation vor, in der das Zimbrische sowie die italienischen Varietäten miteinander in Kontakt stehen. Gleichzeitig lassen sich jedoch auch historische wie auch sprachpolitische Unterschiede zwischen den einzelnen Gemeinden feststellen, die sich auf unterschiedliche sprachliche sowie soziolinguistische Gegebenheiten auswirken. Die Mehrsprachigkeitssituation hat sprachliche Konsequenzen, die sich in der zimbrischen Sprache niederschlagen und in den letzten Jahren ein großes Interesse in der germanistischen Linguistik erfahren haben. Sprachliche oder soziolinguistische Auswirkungen der Mehrsprachigkeitssituation auf die italienische Varietät der zimbrischen Sprecher haben bisher jedoch nur sehr minimalistisch Einzug in die linguistische Forschung erhalten. An dieser Forschungslücke setzt die Dissertation an. Somit ist Ziel, den durch die Sprachkontaktsituation induzierten Sprachwandel zu untersuchen, wobei das Italienische der Zimbern im Rahmen ihres mehrsprachigen Repertoires im Fokus steht. Dafür werden mittels Map Tasks sprachliche Produktionsdaten erhoben, die auf lautlicher Ebene untersucht werden, um so mögliche kontaktinduzierte lautliche Einflüsse vom Zimbrischen auf das Italienische der zimbrischen Sprechergemeinschaften von Lusern und Giazza analysieren zu können. Um zudem auch den unterschiedlichen soziolinguistischen Gegebenheiten zwischen Lusern und Giazza Rechnung zu tragen, werden die sprachlichen Produktionsdaten durch qualitative Leitfadeninterviews ergänzt, die sich mit den Auswirkungen der Mehrsprachigkeit auf die Identitätskonstruktion im Rahmen eines zimbrischen Gruppenzugehörigkeitsgefühls, der individuellen Sprachbiographien sowie mit Spracheinstellungen beschäftigen. Somit wird analysiert, ob sich eine Kontinuität feststellen lässt zwischen dem Rückgang des Zimbrischen und der Entwicklung einer neuen Varietät im Italienischen bedingt durch Transfer ursprünglich zimbrischer Merkmale und ob sich dieses somit auf Ebene der Sprachproduktion in Gestalt einer eigenen italienischen Varietät der Zimbern sowie mit sozialen Korrelaten in der Identität ausdrückt.File in questo prodotto:
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